buchgefühl.ch

Wann immer sich das Buchgefühl meldet. 

Wörter | Texte | Geschichten.
Mal lang, mal kurz, mal ein Wort. 

Unter buchgefühl.ch findet ihr meine 
persönlichen Projekte und Texte. 

Frühling

 

Allmählich schielt er abwartend um die Ecke. Er ist immer irgendwo und gleichzeitig überall, dann plötzlich in der Nähe oder als Präsenz auf einer grünen Wiese spürbar. Der Flieder geht für ihn voran und summt ein erstes Lied im violetten Kleid. Eisblumen weichen den Knospen der Frühlingsblumen, sich vorbereitend in einer Symphonie aus Maiglöckchen und Veilchen, um ihn – den Frühling – als Hauptprotagonisten auf die Bühne zu bitten. 


Der Winter legt sich schlafen.

Vogelgezwitscher in den Baumkronen ist zu hören, die Tage werden länger. Vormals schneeweisse Weidenkätzchen verfärben sich farbig sonnengelb. Der Frühling liegt in einen leichten Pullover eingepackt unter einem aufblühenden Birnenbaum, mit seinem Kopf angelehnt an die Wurzel seines Beginns. Fragt sich, wenn er einfach so im Gras liegen bliebe, was die Zeit bis zum Sommer ohne ihn so alles bringen würde. Ein Jahr Pause, ein Hauch Liebe, eine Liebe zur Zeit und dem Frühling in seiner reinen Form als Jahreszeit. 

Der Moment kurz bevor er Auftritt. Schritt für Schritt, Bühne frei, gedankenfrei, seine Sinne werden aktiv und spielerisch tut er, wonach ihm der Sinn so steht. Eine feine feierliche Berührung der Hand- mit der Erdoberfläche verbindet sein wiederkehrendes Leben und bildet in unterschiedlichen Konsistenzen, weiche, feste, lose, glatte und raue; friedliche Koexistenz zwischen seiner möglichen Menschengestalt, oder als Steinchen, Gras, Pflanzenteilchen in Verbindung mit seiner Mutter Erde. Wer gut hinhört, kann es in ihm und ihr hören. 
Etwas taut und kommt in Bewegung. Leben. 

Nicht nur die Wiese und die Gärten beginnen aufzuleben, öffentliche Plätze füllen sich mit Leben und erwachen aus ihrem tieflähmenden bleiernen Winterschlaf. 

 
Begegnungen entstehen, die Augen der Menschen erwachen, werden wieder vermehrt zu Augenblicken zwischen ihnen und seine Wärme steigt auf. In wiedereröffneten Strassenkaffees beobachtet er emsiges Treiben, Umarmungen, Lichtblicke, Streiflichter und leuchtende Wesen auf blühenden Wiesen, die herzhaft lachen. Menschen in allen Farben, so farbig und froh, wie auch er sich am liebsten zeigt. Der Frühling: Ein Neubeginn, Frühlingsgefühle, Gefühle so berührend und unbedrohlich, wie der erste Flirt, der gerade zwischen zweien an der Strassenecke zu beobachten ist. Genau dort wo vorhin noch er an der Ecke stand. 

Jetzt eilt der Frühling zu Hilfe. 

Zwei sich noch fremde Hände berühren sich ein erstes Mal, als sie gemeinsam den ihr heruntergefallenen Tascheninhalt auf dem warmpochenden Gehsteig aufsammeln. Die Blicke treffen sich, beide lächeln, der Frühling ist nun komplett da. Er ist gleichwohl Mut- wie Muntermacher und wächst in unterstützender Wirkung an ihrem Bein hoch wie Efeu, über ihren Körper bis hin zum Ohr und flüstert: «Na los». Herzpochen, durchströmt fragt sie den hilfsbereiten jungen Mann: «Haben Sie Zeit für ein erstes Eis 2021?» Seine Antwort direkt und keck mit «Schokoladen- oder Erdbeereis?» 

Applaus für sein Schauspiel – der Frühling erwacht und wacht, ein Erblühen, Sieblühen. Er und Sie – eine Chemie, die stimmt und so der Frühling ein erstes Mal selbst zur Bühne – nämlich zu der – einer möglichen aufkeimenden Liebe wird. Ein Szenario wie ein Vorbote, nach langer Kontaktdürre spriessen Begegnungen, Liebes- und Frühlingsgeschichten aus dem Boden wie die zwei Knospen der Frühlingsblume, die sich zustimmend zunicken und zueinander flüstern: «Lange hat es gedauert, doch es hat sich gelohnt». Lange hat es gedauert, der Frühling kommt. 

Dieser Frühling, er hat so viele Gesichter. 
Doch er ist vor allem eine Jahreszeit, unterwegs im Amorkleid. 

Eine Sommernovelle über die Magie der Begegnung

 – oder wie eine Begegnung zur Geschichte wird. 

«Das Mädchen an der Aare» hat mich auf meinem Weg begleitet. Ihr verdanke ich, dass ich heute mit buchgefühl.ch unterwegs bin. 

Podcastfolge @Academy of life 

Ich war bei Nicolas Hauert von der Plattform «Academy of life» zu Gast und durfte mit ihm über meine Projekte und mein «Buchgefühl» sprechen. Nicolas’ Podcast-Serie widmet sich dem Thema Persönlichkeitsentwicklung. 


Welche Entwicklung mir die Reise rund um meine erste Kurzgeschichte 
«Das Mädchen an der Aare» ermöglicht hat, erfahrt ihr im Podcast.

Autorenschule Schreibhain Berlin

Seit Oktober 2020 gehöre ich zum Jahrgang XIII der Autorenschule «Schreibhain» in Berlin. 

In 20 Monaten widme ich mich dem Handwerk des Schreibens, Genres und der Hinführung zum eigenen Stoff, als Basis für die Romanentwicklung. 

Das berufsbegleitende Ausbildungsmodell ermöglicht mir, mit meinem Schreiben in Berlin und in der Schweiz mit meinen Projekten aktiv zu sein. 

Edition Unik
Schreib dein Buch

Im Rahmen der Edition Unik schrieb ich von August - Dezember 2020 an meinem zweiten Buch. 

«immerleben überall»
zwei Sommer | ein Journal

Es geht nun auf eine Reise.

Einblick in meine Arbeit

Kurztexte entstehen aus Einfällen, Zufällen oder Gefühlen. 

Sie finden teilweise Zugang in meine grösseren Projekte, sind hier zu finden oder publiziert...

la fille 
&
le corbeau


Nous ne voyons et ne comprenons pas toujours tout dans l’immédiat. Tout dépend de notre point de vue, nous voyons les choses sous un autre angle. 
Avant que tu te fasses une opinion, réfléchis-y. 

Ce qui va sûrement t’aider à avoir une meilleure perspective, dans laquelle tu peux choisir. La vue à vol d’oiseau ; ça s’apprend et ça se voit: un cadeau pour soi-même.

Nous allons donc dans ta salle de classe. 

Même ici nous voyons des différences. 
Tes camarades de classe sont différents. 
Ta classe est colorée. Y compris une fille ayant une tendance à voir les choses en noire.
 

C’est la petite fille dans la rangée derrière toi. Elle s’appelle Manon et est souvent seule. Aujourd’hui, elle a l’air d’être spécialement triste. Manon a passé toute la nuit avec des pensées sombres et négatives. Une nuit composée d’une seule couleur : noire


Une nouvelle journée, un nouveau point de vue !?
 Aujourd’hui, en classe, vous observez la vie colorée des oiseaux.  


Le petit moineau, le rossignol et le corbeau sont de la partie.


Toute l’attention de Manon se tourne sur le corbeau noir. 
 « Le corbeau est un signe avant-coureur de la malchance » et a accompagné Manon à travers de nombreuses nuits sombres.
 Manon en a des portraits dans sa tête et aussi dans son livre sur les coloriages d’oiseaux.

C’est une image représentative du corbeau. Mais celui qui pense uniquement dans une seule direction, s’empêche de voir l’ensemble du monde des oiseaux. 

Quel oiseau serais-tu si tu faisais partie de ce monde ?

Le moineau est une évidence pour toi. Ta meilleure amie adore chanter, du coup le rossignol lui correspondrait.


Et aussi pour Manon le choix est vite fait. La fille et le corbeau.


Dans le monde des oiseaux, le moineau est joyeux, le rossignol chante et le corbeau est noir.


La leçon est terminée. La cloche de l’école sonne et te fait ressortir du monde des oiseaux, une fin malheureuse ? 

Non. Tu as terminé l’école.

Les oiseaux sont réveillés. Au loin, le moineau, le rossignol et le corbeau s’envolent tous de la même manière. 


Le monde des oiseaux… Une vue à vol d’oiseau. Manon a également fini sa journée et regarde à nouveau son livre de coloriage. D’un côté l’image du corbeau et de l’autre, elle découvre un petit texte:
 
«Le corbeau est un oiseau social avec des capacités remarquables.»

Avec une vue large et plus de connaissances sur le corbeau, Manon y lit: Le corbeau est un oiseau chanteur, tout comme le rossignol. Au premier abord, seule sa réputation ne le révèle pas à tout le monde.

Manon se rend dans la cour de l’école 
et te voit toi et ta meilleure amie. 


Elle s’approche de vous et vous dit :
 «Vous êtes le moineau et le rossignol »


«Je suis Manon le corbeau»


«Chantons nous ensemble?»

la fille 
&
le corbeau

Die Entwicklung des Kurztextes in 10 Schritten 


1. Der Buchtitel der Sommernovelle wird in Berlin akustisch falsch verstanden.
 
2. "Das Mädchen und der Rabe" und eine Idee entsteht. 
 
3. Totale Unzufriedenheit mit meinen ersten Entwürfen. 

4. Text wird verworfen: Loslassen

5. Lösungen kommen unverhofft.

6. Die Freude ist zurück.

7. Neuer Ansatz & Weiterentwicklung der Textidee

7. Der Text harmoniert. 

8. Übersetzung (merci Nicolas und Laetitia)

9. La fille et le corbeau: Bienvenue

10. Mein erster französischsprachiger Text. 

Die Entstehung und Geschichte von Manon und dem Raben.

das Mädchen 

der Rabe

Nicht immer verstehen und sehen wir sofort alles. 
Je nach Sicht sehen wir unterschiedliche Dinge.
 Denk immer daran, bevor du dir deine Meinung machst. 

Was dir sicher helfen wird, ist eine gute Perspektive, die du immer wählen kannst. Die Vogelperspektive;
 sie zu lernen und daraus zu sehen: ein Geschenk an dich selbst. 

Wir gehen also in dein Klassenzimmer. Auch hier sehen wir Unterschiede. Ganz unterschiedlich sind auch deine Klassenkameraden und Klassenkameradinnen. 
 Deine Klasse ist bunt durchmischt.
Mit dabei: Ein Mädchen mit dem Hang zur negativen Sicht.
 
 Es ist das kleine Mädchen in der Reihe hinter dir. Sie heisst Manon und ist oft allein.  Heute macht sie einen besonders traurigen Eindruck. Manon hat die ganze Nacht, mit dunklen Gedanken verbracht.  Eine Nacht mir nur einer Farbe: Sie war pechschwarz.

Ein neuer Tag, eine neue Sicht?!
 Heute schaut ihr in der Klasse auf die bunte Vogelwelt.
Mit dabei; der kleine Spatz, die Nachtigall und der Rabe.

Manons volles Interesse geht direkt in Richtung des Raben.
 «Der Rabe gilt als Vorbote vom Unheil» und begleitet Manon schon während so manch finstrer Nacht. Bilder dazu hat Manon im Kopf und auch schon in ihr Vogelmalbuch gebracht.
Es ist ein Bild, für das wir den Raben alle kennen.

Doch wer nur in eine Richtung denkt, verhindert hier den richtigen Blick auf die ganze Vogelwelt. 

Welcher Vogel wärst du, gehörtest du zu dieser Vogelwelt?

Der Spatz lockt für dich als Antwort. Der frohlockt.
 Deine beste Freundin singt unglaublich gerne, sie ist eine Nachtigall.
Und auch für Manon ist die Wahl schnell gefällt. Das Mädchen und der Rabe. 

In der Vogelwelt versammeln sich der frohlockende Spatz, die singende Nachtigall und der  schwarze Rabe.

Die Stunde in deiner Klasse ist um. Die Schulklingel rumpelt über deine Schulstunde und die Vogelwelt herein, ein Unheil?
 Nein. Du hast Schulschluss.

Die Vögel sind aufgeweckt. Mit der richtigen Sicht fliegen Spatz, Nachtigall und Rabe alle gleichermassen davon.

Die Vogelwelt. Aus der Vogelperspektive.
Auch Manon hat Schulschluss und schaut ihr Malbuch noch einmal genauer an.
 
 Auf der einen Seite das Bild des Raben und auf der anderen Seite entdeckt sie einen kleinen Text:
 Der Rabe ist ein geselliger, sozial lebender Vogel mit bemerkenswerten Fähigkeiten.

Mit weitem Blick und mehr Wissen über den Raben, liest Manon da noch: "der Rabe ist ein Singvogel", genau wie die Nachtigall. 
Nur sein Ruf lässt das nicht für alle auf Anhieb erkennen.
 
Manon geht auf den Schulhof und sieht dich und deine beste Freundin. 
Sie kommt auf euch zu und sagt:   

«Ihr seid doch der Spatz und die Nachtigall.

Ich bin der Rabe Manon.

‹Kommt lass uns zusammen singen.›»

Dachdenker | Berlin – Grossstadtlicht

Wenn nicht nur die Terrasse weit blicken lässt.

Zurück zuhause!?
Über den Dächern von Berlin. Ich sehe eine Stadt zum Leben.

Auto um Auto fährt den Kurfürstendamm entlang, entlang den Seitensträsschen in Bar und Restaurant treffen sich gesellige Runden – anscheinend den ganzen Sommer lang.

Berlin begegnet.
Ich entziehe mich, um zu schreiben. Schreiben und Berlin. 
Schreiben über Berlin. 

Sommer 2020. Bewegung und Begegnung überall. 
Eine Stadt am Leben.

Sommernächte & Grossstadtlichter – sie stehen für die unzähligen kleinen und grosse Geschichten dieser Stadt. 


Der Lichter Stadt – Berlin – das seine eigene Geschichte erzählt
und die Welt dazu empfängt. 

Sich in der der Anonymität der Grossstadt verlieren oder sich begegnen und den grossen und kleinen Geschichten lauschen. Vom Fremden zur Begegnung, eine Geschichte reicher.  

Während die Motoren brummen, die Nachtschwärmer flanieren und der Tag zu Ende geht – die Grossstadtlichter bleiben. 

Wer da wohl gerade eine Geschichte erzählt?
Jemand in Berlin zuhause, ganz klein und mit einer Geschichte. 

Ein Grossstadtlicht.